Polizei filmt, wie sich Drogenabhängiger als Bettler ausgibt und für seine Spenden Crystal Meth kauft © Michael Röder

Mexikanische Polizei fordert von Bürgerwehren: Gebt eure Waffen ab oder werdet Polizisten © Michael Röder

Morelia (Mexiko) – Weil die Kämpfe der Drogenkartelle in Mexiko immer schlimmer werden, hat sich im Land seit Längerem eine Bürgerwehr formiert. Doch der Regierung sind die Helfer nicht allzu recht. Sie fordern nun: Werdet Polizisten oder legt die Waffen nieder.

Abgetrennte Köpfe, Massengräber und jede Menge Geld, das durch den regen Rauschgifthandel im Land verdient wird. Mexikos Ruf hat in den vergangenen Jahr stark darunter gelitten, dass Drogenkartelle ihre kriminellen Machenschaften im Land ausleben. Seit Jahren versucht die Polizei, der Lage Herr zu werden. Immer wieder stellen sich sich kleinere Erfolge ein, doch der Durchbruch scheint immer noch in weiter Ferne. Unterstützung bekommen sie von mexikanischen Bürgern. Denn wie die US-amerikanische Zeitung “Los Angeles Times” berichtet, wollen auch die Mexikaner die Zustände in ihrem Land nicht mehr tatenlos hinnehmen. Sie gründeten deshalb eine Bürgerwehr.

Doch die Polizei sieht hier neue Gefahren. Am Donnerstag hieß es sodann auch von offizieller Seite, dass die Mitglieder der Bürgerwehren doch bitte ihre Waffen ablegen oder Polizisten werden sollten.

Erst am Montag war Kartell-Boss Enrique “Kike” Plancarte bei einer Schießerei von mexikanischen Marines getötet worden, am 9. März wurde bereits Nazario Moreno von mexikanischen Einheiten erschossen. Er war ebenfalls ein Top-Mitglied einer der Drogenbanden.

Mexikos Innenminister Miguel Angel Osorio Chong sagte auf einer Pressekonferenz, dass die erzielten Ergebnisse auch mit Hilfe der Bürgerwehren erreicht worden seien. Doch allem Anschein nach sind die Bürger, die sich selbst bewaffneten, ebenfalls eine Gefahr für die restlichen Bürger Mexikos. So schlug Chong folgenden Kompromiss vor: “Die Bürgerwehren, die helfen wollen, werden die Gelegenheit dazu bekommen, die, dies nicht mehr wollen, sollten in ihren Alltag zurückkehren.” Chong machte den Menschen damit ein Angebot, bei der mexikanischen Polizei anzuheuern und so die Drogenkartelle auf offiziellem Wege zu bekämpfen.

Doch das, was als Angebot gedacht war, beinhaltet auch eine Drohung. Denn jeder Bürger, der weiterhin nicht Mitglied der Polizei ist, aber Waffen bei sich hat, wird festgenommen.

Die Bürgerwehren exisiteren seit 2013, bereits im Januar dieses Jahres hatte Chong den Menschen gedroht, dass, sollten Mitglieder dieser Bürgerwehren mit Waffen entdeckt werden, diese abgenommen und die Träger ins Gefängnis gesteckt werden würden.

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