Ein Obdachloser ist in Albuquerque von der Polizei erschossen worden. Bürgerrechtler sprechen von Mord. Foto: Albuquerque Police Department

Ein Obdachloser ist in Albuquerque von der Polizei erschossen worden. Bürgerrechtler sprechen von Mord. Foto: Albuquerque Police Department

Albuquerque (US-Bundesstaat New Mexico) – Ein Obdachloser ist in Albuquerque (New Mexico) von Polizisten mit sechs Schüssen getötet worden. Die Polizei rechtfertigt die Tat damit, dass der offenbar geisteskranke Mann die Beamten bedroht habe. Menschenrechtler sprechen jedoch von Mord – vor allem, nachdem nun ein Video veröffentlicht wurde, das die Schüsse zeigt.

Die Todesschüsse ereigneten sich bereits am Sonntag vor einer Woche. James Boyd campt an diesem Abend illegal in den Bergen außerhalb der Stadt. Mehrere Polizisten versuchen laut Medienberichten, den Mann festzunehmen. Der weigert sich.

Weil er ein Messer in der Hand hält und dieses nicht abgeben will, schießen die Polizisten auf ihn – mit einer Taser-Pistole, aber auch mit scharfer Munition. Auch ein Schäferhund wird auf ihn losgelassen.

All dies ist in einem mehrminütigen, schockierenden Video zu sehen, das die Polizei am Donnerstag veröffentlicht hat.

Der Obdachlose stirbt später in einem Krankenhaus, wobei die Todesursache bislang noch nicht offiziell feststeht.

Die Polizei hat die Schüsse gerechtfertigt: James Boyd habe insgesamt drei Stunden lang mit den Beamten gestritten, so Polizeichef Gorden Eden laut dem Nachrichtensender KRQE. Später habe er gedroht, die Polizisten umzubringen. Der Obdachlose sei bereits in der Vergangenheit durch Gewalt gegen Polizeibeamte aufgefallen.

Ein Anwalt, der bereits einmal erfolgreich gegen die Polizei von Albuquerque geklagt hat, sieht das aber anders. “Ich bin schockiert, ich habe noch nie einen Mord auf Video gesehen”, sagte er KRQE. Er ist überzeugt, dass sich die Beamten selbst in Gefahr gebracht hätten. “Es ist eine große Lüge, dass unsere Beamten jedes Mal, wenn sie schießen, ein Recht dazu haben.”

Und Peter Simonson von der Bürgerrechts-Organisation ACLU fragt, ob es keine Möglichkeit gegeben habe, den Konflikt zu lösen.

KRQE deckte noch einen weiteren Skandal auf während der Recherchen zu dem Fall. Einer der Polizisten, Keith Sandy, war im Jahr 2007 bei der New Mexico State Police gefeuert worden, weil er während seiner Arbeitszeit als privater Wachschutz arbeitete. Die städtische Polizei von Albuquerque stellte ihn dann als offiziell als ziviler Ermittler an, der keine Waffen tragen sollte. Sandy war nun einer der Polizisten, der mit scharfer Munition auf den Obdachlosen schoss.

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