In Oklahoma ging eine umstrittene Exekution am Abend schief. Foto: Depositphotos

In Oklahoma ging eine umstrittene Exekution am Abend schief. Foto: Depositphotos

(US-Bundesstaat Oklahoma) – Eine Häftling ist bei einer Exekution im US-Bundesstaat Oklahoma erst nach rund 40 Minuten gestorben. Daraufhin wurde die Ausführung einer zweiten Todesstrafe am Dienstag Abend abgesagt. Die Behörden hatten einen Giftspritzen-Mix verwendet, der zuvor noch nie ausprobiert worden war.

Der Häftling, Clayton D. Lockett, bekam um 18.23 Uhr Ortszeit ein Beruhigungsmittel. Zehn Minuten später ging der verantwortliche Arzt laut der New York Times davon aus, dass Lockett – ein verurteilter Mörder, der im Jahr 1999 eine 19-Jährige niedergeschossen und sie lebendig begraben hatte – bewusstlos sei. Anschließend sollte er zwei weitere Mittel bekommen: Eines sollte ihn lähmen, das andere sollte den Herzstillstand herbeiführen.

Doch plötzlich begann der Häftling sich zu bewegen, und er murmelte die Worte “etwas stimmt nicht”. Wenig später versuchte er aufzustehen. Daraufhin wurde ein Vorhang zugezogen, damit die Anwesenden nichts von den weiteren Vorgängen mitbekamen. Um 19.06 Uhr wurde der Mann für tot erklärt.

Angesichts dieser Komplikationen wurde eine weitere Exekution am Abend verschoben. Charles Warner, der ein elf Monate altes Kind vergewaltigt hatte, soll nun in 14 Tagen sterben.

US-Bundesstaaten, die Todesstrafen mit Giftspritzen vollziehen, haben ein immer größeres Problem, die notwendigen Mittel zu bekommen. Große Pharma-Konzerne weigern sich, die Arzneien zu liefern. Deshalb wollte Oklahoma ein von einer örtlichen Apotheke gemixtes Mittel benutzen, das zuvor nie in dieser Stärke getestet worden war.

Auch in Florida wird die Kombination aus den drei Drogen bei einer Exekution verwendet, dort wird das Beruhigungsmittel aber in weit höherer Dosis eingesetzt. Ohne Beruhigungsmittel erleiden die Häftlinge schreckliche Schmerzen, bevor der Tod eintritt. Laut “New York Times” haben allerdings nicht die Mittel versagt. Stattdessen seien Fehler bei der Injektion gemacht worden.

Am Tag zuvor wollte ein konservativer Politiker aus dem Bundesstaat noch Richter wegen Amtsmissbrauchs anklagen lassen, die die Exekution verschieben wollten. Sie seien “inkompetent”, so der Republikaner Mike Christian. Das oberste Gericht von Oklahoma hatte die Ausführung der Todesstrafe verschieben lassen wollen, um zu erfahren, welche Drogen verwendet werden sollten.

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