Selbst geringer Konsum von Marihuana hat Auswirkungen aufs Gehirn. Foto: Ingo Sommerfeld / Depositphotos

Selbst geringer Konsum von Marihuana hat Auswirkungen aufs Gehirn. Foto: Ingo Sommerfeld / Depositphotos

Chicago (US-Bundesstaat Illinois) – Selbst geringer Konsum von Marihuana wirkt sich bei jungen Erwachsenen auf das Gehirn aus. Das ergab eine Studie der Northwestern Universität in Chicago gemeinsam mit dem Massachusetts General Hospital. Demnach seien deutliche Unterschiede in Bereichen des Gehirns zu sehen, die für Motivation und Gefühle verantwortlich seien, heißt es in einer Presseerklärung.

Insgesamt wurden für die Studie 40 junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren untersucht – 20 von ihnen sind Marihuana-Raucher, 20 nicht. In beiden Gruppen waren jeweils elf Frauen und nun Männer zu finden. Einige der Raucher vergnügten sich in der Woche mit lediglich zwei Joints, und keiner von ihnen gilt als drogenabhängig.

Laut Dr. Hans Breiter, einer der Autoren der Untersuchung, die am Mittwoch im “Journal of Neuroscience” veröffentlicht wurde, zeige die Studie, dass die bisherige Überzeugung, gelegentlicher Marihuana-Konsum habe keinerlei negativen Auswirkungen, falsch sei. “Die Menschen glauben, ein wenig Rauchen zur Erholung sollte kein Problem sein, solange jemand bei der Arbeit oder in der Schule gut sei. Unsere Daten sagen deutlich, dass dies nicht der Fall ist.”

Laut der Presseerklärung haben die Wissenschaftler zwei wichtige Regionen für Gefühle und Motivation im Gehirn untersucht. Sie analysierten Volumen, Form and Dichte der Bereiche. Nach Angaben der Autoren waren beide Regionen bei Anhängern von Joints verändert – und zwar umso stärker, je mehr jemand rauchte.

Die Studie wurde vom National Institute on Drug Abuse in den USA mitfinanziert. Das amerikanische Bundes-Institut fordert nun eine Studie mit einem größeren Teilnehmerfeld, wie Dr. Nora Volkow gegenüber dem Fernsehsender CBS sagte.

In den USA ist in den vergangenen Monaten eine Debatte um die Legalisierung von Marihuana entbrannt. In Colorado und dem Bundesstaat Washington ist der Verkauf bereits erlaubt, andere Staaten erlauben den Konsum zu medizinischen Zwecken. Die Zeitung “LA Times” spricht sich angesichts der Studie gegen eine Legalisierung in Kalifornien aus.

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