Nach der Verhaftung soll der Mann in Kansas City

Nach der Verhaftung soll der Mann in Kansas City “Heil Hitler” geschrieen haben. Foto: Carolina Smith / Depositphotos Carolina Smith

Kansas City (US-Bundesstaat Kansas) – Bei Schüssen in zwei jüdischen Centern in Kansas City sind am Sonntag drei Menschen ums Leben gekommen. Als Tatverdächtiger gilt ein 73-jähriger Mann. Möglicherweise war Antisemitismus im Spiel: Der Verdächtige, Frazier Glenn C. soll nach der Verhaftung “Heil Hitler” geschrieen haben.

Die Tat geschah ausgerechnet kurz vor dem Pessach Fests, das am Dienstag beginnt. Die Feiertage erinnern an den Auszug der Juden aus Ägypten.

Wie CNN berichtet, will sich die Polizei aber noch nicht darauf festlegen, dass es sich wirklich um ein Hassverbrechen handele. Darauf deutet allerdings alles hin: Der Mann soll Mitglied in Neonazi-Gruppen und bereits durch andere Vorfälle bekannt gewesen sein.

Laut dem “Kansas Star” soll er beispielsweise Radioanzeigen geschaltet haben, in denen er auf Juden, Afroamerikaner und die Regierung in Washington schimpfte. Die Spots waren so extrem, dass sich die Radiosender weigerten, sie abzuspielen – dabei wird in den USA Wert auf freie Meinungsäußerung selbst für Extremisten gelegt.

Laut CNN soll der Mann in einem jüdischen Gemeindezentrum sowie in einem jüdischen Altersheim in Kansas City geschossen haben. Insgesamt schoss er auf fünf Personen, zwei Personen blieben unverletzt. Bei den Opfern handelt es sich um den 14-jährigen Reat Griffin Underwood, seinen Großvater Dr. William Lewis Corporon sowie um eine ältere Frau, deren Name am Abend noch nicht bekannt war.

In dem Gemeindezentrum befanden sich zum Zeitpunkt der Schüsse – am Sonntag um 13 Uhr Ortszeit – zahlreiche Kinder, da dort ein Gesangs-Wettbewerb sowie eine Probe für eine Theateraufführung stattfanden. Der Tatverdächtige konnte aber nicht in das Zentrum eindringen.

Er wurde kurz nach der Tat festgenommen. C. hatte bei der Verhaftung eine Waffe bei sich.

This article has 1 comment

  1. Ich wollte, dass du siehst, was echter Mut ist, statt sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass Mut ein Mann mit einer Waffe in der Hand ist.
    Harper Lee, Wer die Nachtigall stört

    Mit großer Betroffenheit habe ich von der tödlichen Schießerei eines Amokläufers – eines bekennenden Antisemiten – vor einem jüdischen Gemeindezentrum in den USA erfahren – nur wenige Kilometer vom Vorort, wo ich aufgewachsen bin. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass das 14-jährige Opfer zu dem Zeitpunkt auf dem Weg zum Gemeindezentrum war, wo u.a. gerade der Klassiker „Wer die Nachtigall stört“ als Theaterstück geprobt wurde. In jenem Roman wird auf rührende Art und Weise die Diskriminierung und Rassenfeindlichkeit in den amerikanischen Südstaaten angeprangert: „Nein, ich glaube, es gibt nur eine Art von Menschen. Einfach Menschen.“
    Der Teenager und dessen Großvater, die Anfang der Karwoche angeblich aus Hass auf jüdische Mitbürger und Minderheiten erschossen wurden, waren Gemeindeglieder der nahegelegenen evangelischen Auferstehungsgemeinde.
    Nicht Hass, Gewalt und Tod, sondern Glaube, Hoffnung und Liebe – die Botschaft der Auferstehung zu Ostern – sollen das letzte Wort behalten.

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