In Kanada nahmen sich mehrere Ex-Soldaten, die unter anderem in Afghanistan dienten, das Leben Symbolfoto: Depositphotos

In Kanada nahmen sich mehrere Ex-Soldaten, die unter anderem in Afghanistan dienten, das Leben Symbolfoto: Depositphotos

Valcartier (Kanada) – Gerade kommen die letzten Soldaten aus Afghanistan heim. Doch welche Spuren hat der Krieg hinterlassen? Sechs Ex-Soldaten nahmen sich wohl binnen sechs Monaten das Leben.

Alain L. (44) wurde am Montag tot in seiner Wohnung in Valcartier (Quebec) gefunden. Die Polizei teilte mit, dass es sich nach ersten Ermittlungen allem Anschein nach um Selbstmord handelt. Mehr will sie zu diesem Zeitpunkt nicht zum Vorfall sagen.

Auch Tyson W. war als Soldat in Afghanistan, auch er ist tot. Die Polizei fand seine Leiche am Wochenende.

W., der nach seiner Rückkehr in Prembroke (Ontario) stationiert war, starb am 15. März. Auch in diesem Fall kein Wort von den Ermittlern. Reporter des kanadische Fernseh-Senders “CBC” wissen angeblich, dass auch W. sich das Leben genommen hat. Von der Polizei ist dies jedoch nicht bestätigt.

W. sei nicht auf dem Gelände des kanadischen Militärs gestorben, deshalb untersuche die örtliche Polizei den Vorfall, sagte Militär-Sprecher Daniel Le Bouthillier.

W. war seit 2006 Militärangehöriger, arbeitete als Koch von Juli bis Oktober 2010 in Afghanistan.

L. wiederum war in Afghanistan und Bosnien stationiert. L. war das letzte Mal von Juli 2007 bis Februar 2008 in Afghanistan, dort war er nahe der Stadt Kandahar stationiert und fuhr Pa­t­rouil­len.

Wie “CBC” weiter wissen will, soll ein Selbstmord-Attentäter auf das Patrouillen-Auto von L. gesprungen sein. Das Auto explodierte, keine der Insassen wurde verletzt. Wenige Tage später fuhr L. zurück nach Kanada. Die Erinnerungen an die schlimmen Szenen aus dem Krieg nahm er wohl mit.

Bereits im Dezember 2013 wurde Soldat Sylvain L. tot in seinem Keller gefunden. Auch er nahm sich das Leben, auch er diente in Bosnien und Afghanistan. Bereits im November 2013 richteten sich drei Soldaten selbst, die ebenfalls in Bosnien und Afghanistan dienten.

“Ich frage mich, was es noch braucht, damit die Leute in Ottawa endlich aufwachen und merken, dass die Soldaten wirklich Hilfe brauchen. Wir müssen aufhören, das Thema totzuschweigen”, sagte Marie-Josée Hard. Sie ist Präsidentin der Vereinigung “Canadian Military Spouses” – sie kümmert sich um die Ehepartner von Soldaten im Auslandseinsatz.

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