Der Schiffbrüchige Jose Alvarenga wurde am Freitag auf den Marshallinseln angespült. Foto: Wikipedia

Der Schiffbrüchige Jose Alvarenga wurde am Freitag auf den Marshallinseln angespült. Foto: Wikipedia

Mexiko City (Mexiko) / Marshallinseln – Ein aus Mexiko stammender Mann soll mehr als ein Jahr auf dem Pazifischen Ozean überlebt haben, während sein Schiffskamerad auf hoher See ums Leben kam. Der Schiffbrüchige wurde jetzt auf den Marshall Inseln, fast 10.000 Kilometer entfernt, angeschwemmt.

Ob die Geschichte, die Jose Salvador Alvarenga (britische Zeitungen geben den Namen mit Jose Ivan an) am Freitag den Behörden auf den Marshall-Inseln, sich tatsächlich so zugetragen hat, ist derzeit noch unklar. “Er ist nicht vollkommen stimmig”, sagte Tony de Brum, Assistenz-Minister des Präsidenten der Marshallinseln, laut des US-Fernsehsenders NBC.

Er wusste nicht mehr sein genaues Geburtsdatum, machte widersprüchliche Angaben, wann er Mexiko verlassen hatte und konnte auch nicht erklären, warum sich auf seinem Schiff keine Utensilien befanden, um zu fischen. Andererseits war der Schiffbrüchige auch extrem hungrig und hatte Schmerzen. Er wird ärztlich versorgt.

NBC kontaktierte mehrere mögliche Familienmitglieder von Jose Salvador Alvarenga. Diese sagten, sie würden ihn auf den Fotos wieder erkennen, die auf den Marshallinseln aufgenommen worden waren. Sie hatten seit Jahren nichts von ihm gehört.

Stimmen die Angaben, dann wurde der Schiffbrüchige, der lediglich Spanisch spricht, in El Salvador geboren, lebte aber seit mehr als einem Jahrzehnt in Mexiko, wo er Haie fischte. Er verließ Mexiko entweder am 21. September oder am 21. Dezember 2012 gemeinsam mit einem Jugendlichen namens Xiquel, der der Sohn eines Kollegen gewesen sein soll.

Alvarenga erzählte, dass ein Sturm sie vom Kurs gebracht habe. Zudem ging der Motor des Boots kaputt. Der Mann habe gegessen, was er mit seinen bloßen Händen fangen konnte – unter anderem Schildkröten. Der 15-jährige Jugendliche habe das Essen nicht bei sich behalten können und sei nach vier Monaten verhungert. Der Mann habe die Leiche über Bord geworfen. Laut Daily Telegraph habe er danach überlegt, sich das Leben zu nehmen

Jetzt landete er im Ebon Atoll, die zu den Marshallinseln gehören.

Die Republik besteht aus zwei Insel- beziehungsweise Atoll-Ketten. Die Inseln waren vor dem Ersten Weltkrieg deutsche Kolonie, im Zweiten Weltkrieg wurde die Gruppe von den USA übernommen, die dort (auf dem Bikini-Atoll und auf Eniwetok) Atomtests durchführten. Seit 1979 sind die Marshallinseln unabhängig.

Der Fall erinnert an die Geschichte dreier Mexikaner, die 2006 mitten im Pazifik entdeckt worden waren, nachdem sie neun Monate lang schiffbrüchig waren.

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