Der Aufstand in Venezuela wird in internationalen Medien bislang weitgehend ignoriert. Foto: Wikipedia

Der Aufstand in Venezuela wird in internationalen Medien bislang weitgehend ignoriert. Foto: Wikipedia

Caracas (Venezuela) – Während die Proteste in der Ukraine die Schlagzeilen der internationalen Medien beherrschen, wird über einen ähnlichen Aufstand in Venezuela kaum geschrieben. Entsprechend verärgert reagieren Oppositionelle in dem lateinamerikanischen Staat.

Seit einigen Wochen wird in Venezuela protestiert. Der Aufstand wurde von den Medien registriert, als am 12. Februar mehrere Menschen umkamen. Zuletzt starb auch eine Schönheitskönigin in den Protesten in Caracas.

Doch große Berichte in den nordamerikanischen und europäischen Medien gibt es kaum, wie Francisco Toro vom Blog “Caracas Chronicles” bemängelt. “Es ist schwierig, das Gefühl der Hilflosigkeit auszudrücken, das man bekommt, wenn man sich diese Seiten anschaut und nichts findet”, schreibt Francisco Toro in Bezug auf die Webseiten von New York Times, BBC, Fox News und anderen Medien, die kaum über den Aufstand berichten. “Venezuela brennt, niemand schert sich darum”, schreibt.

In einem FAQ-Abschnitt schreibt “Caracas Chronicles” über die wichtigsten Fragen, die sich Leser stellen. Der Aufstand begann demnach am 2. Februar, angezettelt vor allem durch Studenten, zunächst in der Großstadt San Cristobal.

Laut “Caracas Chronicles” war der Grund der Proteste die hohe Kriminalitätsrate im Land. Unmittelbarer Auslöser sei ein sexueller Angriff auf eine Studentin gewesen. CNN erwähnt auch, dass die Demonstranten eine bessere Versorgung verlangen – sogar Toilettenpapier ist rar in dem lateinamerikanischen Land. Außerdem verlangen die Demonstranten demokratische Rechte.

Die Regierung von Präsident Nicolas Maduro behauptet, dass die USA hinter dem Aufstand stecke, Der Regierungschef nennt die Demonstranten Faschisten. Er macht zudem die Opposition verantwortlich für soziale und ökonomische Probleme – Unternehmen wollen das Land demnach bewusst in eine Krise führen, um die Regierung zu destabilisieren.

Was genau in dem Land passiert, ist unklar. Madura droht jetzt sogar damit, CNN wegen der Berichterstattung aus Venezuela zu werfen. Zudem soll die Regierung begonnen haben, Internet-Verbindungen lahmzulegen, um Berichte unmöglich zu machen.

“Caracas Chronicles” verlinkt zu zahlreichen YouTube-Videos, die Polizeigewalt zeigen sollen – die sich aber zugleich schwer einordnen lassen. Die meisten Proteste, heißt es zugleich, seien allerdings gewaltlos.

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