Der an Alzheimer erkrankte Mann ignorierte Warnungen und wurde dann erschossen. Foto: Pajot / Depositphotos

Der an Alzheimer erkrankte Mann ignorierte Warnungen und wurde dann erschossen. Foto: Pajot / Depositphotos

Chickamauga (US-Bundesstaat Georgia) – Ein an Alzheimer erkrankter Mann ist im US-Bundesstaat Georgia Opfer des umstrittenen “Stand Your Ground”-Gesetzes geworden. Der geistig verwirrte Mann hatte mitten in der Nacht an einer Tür gerüttelt, der Bewohner erschoss ihn wenig später.

Wie die New York Times schreibt, war Ronald Westbrook am Mittwoch vor einer Woche aus seinem Wohnhaus in Chickamauga verschwunden.

Was dann geschah, ist unklar. Um 2.30 Uhr sah ihn noch ein Polizist, der ihm empfahl, doch besser heimzugehen. Um 4 Uhr morgens tauchte er am Haus von Joe H. auf – fast fünf Kilometer entfernt. Er hatte Briefe dabei, die eigentlich den Nachbarn gehörten. Offenbar hatte er sich dies zuletzt angewöhnt. Der Alzheimer-Kranke rüttelte am Türknopf von Joe H.

Dessen Partnerin rief den Notruf an – nach Angaben des Sheriffs klang sie panisch. Ronald Westbrook versuchte offenbar mehrfach, die Tür zu öffnen, und klingelte. Der Sheriff des Ortes, Steve Wilson, wünschte sich, dass H. einfach im Haus geblieben wäre.

Stattdessen ging der Bewohner des Hauses nach draußen. Wie die New York Times schreibt, forderte H. sein späteres Opfer auf, sich zu identifizieren. Westbrook reagierte offenbar nicht und ging auf H. zu. Der Täter, ein Irak-Veteran und ehemaliger Sprecher eines Politikers der Republikaner, schoss demnach viermal – zuletzt in die Brust des Alzheimer-Kranken.

“Als wir uns hinsetzten und ihm das Alter des Opfers und die Diagnose nannten, brach er zusammen”, sagte der Sheriff.

In der kommenden Woche will die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sie ein Verfahren gegen H. eröffnet. Nach dem “Stand Your Ground“-Gesetz, das in mehreren Bundesstaaten der USA gilt, dürfen sich Menschen mit Waffengewalt verteidigen, wenn sie sich subjektiv bedroht fühlen. Sie müssen sich nicht erst zurückziehen. Das Gesetz ist höchst umstritten in den USA, wird aber immer populärer.

Doch H. wird auch von Anhängern des Gesetzes kritisiert. Ein Nachbar des Opfers sagte der Zeitung, dass er das Gesetz unterstütze und keine Probleme habe, eine Waffe zu zücken, wenn jemand in sein Haus einbrechen würde. “Aber wenn jemand in meinem Garten ist und ich die Polizei angerufen habe, dann warte ich bis die Polizisten hier sind.”

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