Das Stand Your Ground Gesetz erlaubt es einer Person, sich mit einer Waffe zu verteidigen, wenn sie um ihr Leben fürchtet. Foto: J.R. Bale / Depositphotos.com

Das Stand Your Ground Gesetz erlaubt es einer Person, sich mit einer Waffe zu verteidigen, wenn sie um ihr Leben fürchtet. Foto: J.R. Bale / Depositphotos.com

Jacksonville (US-Bundesstaat Florida) – Ein 47-jähriger Mann, der im November 2012 in Florida einen Jugendlichen außerhalb eines Supermarkts erschoss, hatte nach eigenen Angaben Angst um sein Leben. Das sagte er am Dienstag in Florida vor Gericht. Ob das Gericht ihm dies glaubt, ist die entscheidende Frage bei einer möglichen Verurteilung.

Das “Stand Your Ground“-Gesetz in Florida erlaubt es einer Person, sich auch mit tödlichen Mitteln zu verteidigen, falls sein Leben in Gefahr ist. Genau darauf beruft sich der Angeklagte Michael D. vor Gericht.

Die Geschehnisse des 23. November 2012 sind zumindest teilweise unstrittig: Michael D. und seine Verlobte Rhonda R. waren zur Hochzeit seines Sohnes nach Jacksonville gefahren. Für die Heimreise wollte das Paar laut “News13″ aus Orlando Wein und Chips kaufen. Deshalb hielt es an dem Supermarkt an.

Hier kam es zur tödlichen Konfrontation.

Neben Michael D.s Wagen stand ein anderes Auto, in dem mehrere afroamerikanische Jugendliche saßen und extrem laut HipHop hörten. Der Angeklagte bat die Teenager nach eigenen Angaben, die Musik leiser zu stellen. Sie folgten seiner Bitte, stellten die Musik sogar ab. Doch bald darauf wurde es wieder laut, und die Jugendlichen beleidigten den Täter angeblich.

Der Angeklagte sagte laut NBC News am Dienstag aus, dass er den Lauf einer Waffe im Auto der Jugendlichen gesehen haben will. Ein Insasse auf dem Rücksitz habe diese hochgehoben. Für den Täter war dies eine “latente Bedrohung”. “Ich sagte ‘Du bringst mich nicht um, du Mistkerl’.” D. zog seine Pistole und schoss neun Mal auf das andere Auto.

Der 17-jährige Jordan Davis starb dabei.

Doch eine Waffe wurde in dem Auto der Jugendlichen allerdings nicht gefunden.

Aber sagt Michael D. tatsächlich die Wahrheit? Stimmt seine Version und er fürchtete wirklich um sein Leben, dann könnte er nach dem umstrittenen “Stand Your Ground” Gesetz freikommen.

Die Staatsanwaltschaft hingegen ist überzeugt, dass die Jugendlichen keinerlei Gefahr dargestellt hätten – und dass es sich bei dem 47-Jährigen lediglich um einen Mann handele, der sich über laut dröhnenden HipHop aufgeregt habe.

Während des Verhörs wollte die Staatsanwaltschaft vor allem wissen, was nach den Schüssen geschah. Michael D. und seine Verlobte fuhren nach der Tat zum Hotel und dann nach Hause. Er habe nicht geahnt, dass jemand ums Leben gekommen sei. Doch erzählte er seiner Verlobten von der Waffe, die er gesehen haben will? Das glaubt die Staatsanwaltschaft nicht, und laut “My News 13″ bestätigte auch Rhonda R. dies nicht vor Gericht. Folgt die Jury den Anklägern, könnte der 47-Jährige wegen Mordes und dreifachen Mordversuchs verurteilt werden.

In Florida wird in Kürze über einen zweiten Fall verhandelt, in dem es ebenfalls um das “Stand Your Ground” Gesetz geht. Dabei hatte ein Mann einen anderen Mann erschossen, weil dieser im Kino eine SMS geschickt hatte. Auch dabei sagt der Angeklagte, dass er um sein Leben fürchtete. Das Opfer hatte ihn mit einer Tüte Popcorn angegriffen. Der Täter sitzt derzeit in Haft.

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