Die Gulliver Preparatory School muss ihrem ehemaligen Schulleiter kein Geld aus einer gütlichen Einigung zahlen, nachdem dessen Tochter darüber auf Facebook geschrieben hatte. Foto: Google Earth

Die Gulliver Preparatory School muss ihrem ehemaligen Schulleiter kein Geld aus einer gütlichen Einigung zahlen, nachdem dessen Tochter darüber auf Facebook geschrieben hatte. Foto: Google Earth

Miami (US-Bundesstaat Florida) – Diesen Facebook-Eintrag wird Dana S. aus Florida wohl bereuen: Das Mädchen hatte in dem sozialen Netzwerk damit geprahlt, wie viel Geld ihr Vater nach einer Klage bekommen hatte. Dumm nur, dass sie dies nicht verraten durfte. Nun bekommt der Herr Papa keinen Pfennig.

Der heute 69-jährige Patrick S. war bis vor einigen Jahren Leiter der Gulliver Preparatory School in Miami. Doch im Jahr 2011 wurde sein Vertrag nicht mehr verlängert. Der Schulleiter vermutete, dass er wegen seines Alters diskriminiert worden sei, und klagte, wie CNN schreibt.

Die Klage schien durchaus Erfolg versprechend gewesen zu sein. Jedenfalls einigten sich Patrick S. und sein ehemaliger Arbeitgeber außergerichtlich auf Zahlung von 80.000 Dollar Schadenersatz und 10.000 Dollar an ausstehenden Gehältern. Außerdem übernahm die Schule die Anwaltskosten von 60.000 Dollar.

Doch Teil der Vereinbarung war, dass beide Seiten Stillschweigen über die Einigung bewahren. Der Vater erzählte allerdings seiner Tochter davon. Und die konnte es nicht lassen, mit der Einigung auf Facebook zu prahlen. “Mama und Papa S. haben den Fall gegen Gulliver gewonnen”, schrieb Dana laut Miami Herald auf der Webseite. Und weiter: “Gulliver zahlt nun offiziell für meinen Europa-Urlaub in diesem Sommer. SUCK IT.”

Dumm, dass Dana ebenfalls auf die Schule gegangen war und zu ihren Freunden und Abonnenten auf Facebook ehemalige und aktuelle Schüler der Einrichtung gehören. Die Schulverwaltung hörte also sehr bald von dem Beitrag.

Die Gulliver Schule, die unter anderem auch von George P. Bush (Enkel von US-Präsident George Bush) und dem Sänger Julio Iglesias besucht wurde, verweigerte die Zahlung, S. klagte und gewann zunächst, die Einrichtung ging aber in Berufung.

Nun hat S. den Berufungsprozess verloren. Im Prozess sagte er laut CNN, dass er seiner Tochter von der Einigung habe erzählen müssen. Sie sei an der Schule wegen der Klage schlecht behandelt worden und habe deswegen psychologische Betreuung gebraucht. “Wir wussten, welche Einschränkungen es gab, aber wir mussten ihr etwas sagen”, so der Vater.

Das Gericht ließ sich davon nicht überzeugen. “S. brach den Vertrag, indem er genau das tat, was er versprochen hatte, nicht zu tun. Seine Tochter tat dann genau das, was die Stillschweign-Vereinbarung verhindern sollte.”

In Europa war die Tochter dennoch. Ihre Facebook-Seite zeigt als Profilbild ein Foto mit ihrer Mutter aus Stockholm.

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