Das ist Marshall "Eddie" Conway. Er war ein Anführer der "Black Panther", saß 40 Jahre im Gefängnis © Handout 1995

Das ist Marshall “Eddie” Conway. Er war ein Anführer der “Black Panther”, saß 40 Jahre im Gefängnis © Handout 1995

Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) – 40 Jahre saß Marshall “Eddie” Conway im Gefängnis. Als er eingesperrt wurde, waren die USA noch inmitten schwerer Rassenkämpfe, die Apartheid im Land entlud sich in schweren Straßenkämpfen. Conway führte die “Black Panther” mit an, soll einen Polizisten umgebracht haben. Jetzt ist er wieder frei.

Wie US-Zeitung “Baltimore Sun” berichtet, verließ Conway am Dienstag die Haftanstalt als freier Mann, nachdem er 1974 einen Beamten aus Baltimore erschossen haben soll. Er bekam eine der härtesten Strafen jener Zeit.

Der heute 67-jährige Conway behauptet nach wie vor, dass er unschuldig und seine Verurteilung politisch motiviert gewesen sei. Bei einer Auseinandersetzung in den 1970er Jahren starb der Polizeibeamte Donald Sager (35), ein weiterer Polizist wurde damals schwer verletzt. Der Fall erregte viel Aufsehen, über die Jahre setzten sich viele prominente Politiker Baltimores mit dem Fall auseinander.

Sagers Familie und die Polizeiunion sind heute noch der Ansicht, dass Conway schuldig ist. Doch die Staatsanwälte lehnten eine Haftverlängerung ab, weil es dafür keinen augenscheinlichen Grund gab. Sie könnten Conway für dieselbe Tat nicht erneut bestrafen, hieß es aus Richterkreisen.

Einmal Kämpfer, immer Kämpfer

Außerdem war es 2012 Conway, der vor einem Gericht in Maryland klagte, weil sein Urteilsspruch von vor 1980 auf Grund der gesellschaftlichen Umstände ungültig sei. Conway handelte einen Deal mit der Staatsanwaltschaft aus. Er wurde freigelassen und zog dafür seine Klage zurück.

Conway verließ den Gerichtssaal als freier Mann und ging direkt im Anschluss zu einem Freund, um eine Gemüselasagne zu essen. Seine beiden Söhne und andere Unterstützer leisteten ihm Gesellschaft.

Unterstützer glauben heute noch, dass Conway eingesperrt wurde, weil er eine führende Rolle bei der “Black Panther”-Bewegung inne hatte. Sie nannten seine Freilassung einen “gigantischen Tag”.

Anders sieht es David Sager, Sohn des Opfers, der gerade einmal 7 Jahre alt war, als sein Vater starb. Er sagte, dass er von einem Anwalt bereits vor einem Monat vorgewarnt wurde, dass Conway frei kommen könnte.

Sager habe damit gerungen, ob er zum Urteilsspruch am Dienstag gehen solle oder nicht – er blieb fern. “Meine Mutter starb vor zwei Jahren, und irgendwie bin ich froh, dass nicht mehr da ist, um das alles miterleben zu müssen”, sagte Sager der “Baltimore Sun”.

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