"Affluenza"-Fahrer Ethan C. nach dem Gerichtsprozess im September. Screenshot: NBC

“Affluenza”-Fahrer Ethan C. nach dem Gerichtsprozess im September. Screenshot: NBC

Tarrant County (US-Bundesstaat Texas) – Der 16-jährige Ethan C., der vollkommen betrunken und mit überhöhter Geschwindigkeit bei einem Unfall vier Menschen getötet und zwei schwer verletzt hat, muss in eine Reha-Klinik gehen. Zudem darf er während seiner zehnjährigen Bewährungszeit kein Alkohol trinken oder ein Auto fahren. Die Angehörigen der Opfer sind empört.

Wie der Fernsehsender NBCFDW schreibt, hat Richterin Jean Boyd am Mittwoch bei der Straffestlegung darauf verzichtet, eine Mindestdauer des Entzugs festzulegen.

Die Familie von Ethan C. hatte zuvor angeboten, eine Behandlung in einer Reha bei Newport Beach in Kalifornien zu bezahlen – diese kostet 450.000 Dollar im Jahr. NBC schreibt aber, dass der Jugendliche auch in Texas in den Entzug gehen könnte.

Die Richterin lehnte auch weiterhin eine Gefängnisstrafe für den Jugendlichen wegen seiner “Affluenza” (“Reichtumitis”) ab – sie hätte ihn theoretisch noch für die schweren Verletzungen der beiden Opfer bestrafen können, die nicht gestorben waren. Aber sie hatte bereits keine Haftstrafe für die vier Toten verhängt.

Stattdessen darf Ethan C. laut Dallas News in den kommenden zehn Jahren weder Alkohol trinken noch ein Auto fahren. Ansonsten würde er bis zu zehn Jahre ins Gefängnis kommen. Sheriff Dee Anderson vom Landkreis Tarrant County hatte sich bereits zuvor überzeugt gezeugt, dass er wieder mit dem Gesetz in Konflikt kommen würde. “Ich glaube nicht, dass wir ihn das letzte Mal gesehen haben”, hatte er im Dezember gesagt.

Der Fall von Ethan C. hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Der 16-Jährige war mit 2,4 Promille Alkohol im Blut (die Grenze liegt in Texas bei 0,8 Promille, allerdings nicht für Jugendliche) und völlig überhöhter Geschwindigkeit in ein Pannenauto gerast. Dabei tötete er die 24-jährige Breanna Mitchell, die den Wagen gefahren war, sowie Jugendpfarrer Brian Jennings (41), Hollie Boyles (52) und ihre Tochter Shelby (21). Die drei hatten bei der Panne helfen wollen.

Sergio Molina und Solimon Mohmand saßen hinten im Truck und wurden herausgeschleudert. Molina erlitt einen Hirnschaden und ist gelähmt, Mohmand kam mit Brüchen davon.

Der Anwalt von C. hatte argumentiert, dass der Teenager bei reichen Eltern aufgewachsen sei, die ihm nie Grenzen gesetzt hätten. Wegen dieses Falls von “Affluenza” (“Reichtumitis”) könne er nicht mit Gefängnis bestraft werden. Der Anwalt sagte am Mittwoch, dass der Junge missverstanden worden sei. Er sei nicht ins Gericht gegangen und habe argumentiert, er sei ein reiches weißes Kind.

Doch so sehen es die Angehörigen der Opfer, die über das Urteil entsetzt sind. Gegen den Affluenza-Fahrer sind noch sechs Zivilklagen anhängig, über die im Sommer entschieden werden soll.

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