Alan Gross ist seit vier Jahren auf Kuba inhaftiert. Diese Bilderleiste zeigt Porträts von ihm im Laufe der Jahre. Foto: Familie Gross

Alan Gross ist seit vier Jahren auf Kuba inhaftiert. Diese Bilderleiste zeigt Porträts von ihm im Laufe der Jahre. Foto: Familie Gross

Havanna (Kuba) – Ein Amerikaner, der seit genau vier Jahren in Kuba inhaftiert ist, fürchtet, dass die US-Regierung ihn vergessen hat. Am Jahrestag seiner Verhaftung hat er nun einen Brief an US-Präsident Barack Obama geschrieben.

“Mit dem allergrößten Respekt, Mr. President”, schreibt Gross darin laut Washington Post. “Ich fürchte, dass meine Regierung – genau die Regierung, der ich diente, als dieser Alptraum begann – mich aufgegeben hat.” Der Brief ist auf der Webseite der Zeitung nachzulesen.

Zugleich hat die Familie am 3. Dezember, dem Jahrestag der Verhaftung, vor dem Weißen Haus protestiert. Etliche Politiker in Washington unterstützen die Familie. 66 Senatoren unter der Leitung von Patrick J. Leahy (Demokraten) drängen Obama (ebenfalls Demokraten), sich aktiv in den Fall einzuschalten.

Wie NBC News schreibt, arbeitete der heute 64-Jährige für eine Entwicklungsagentur, als er am 3. Dezember inhaftiert wurde. Ihm wird vorgeworfen, Satelliten- und andere Kommunikationsmittel in die jüdische Gemeinde von Kuba geschmuggelt zu haben.

Er selbst sagt, dass er lediglich den Internetzugang für die Gemeinde habe verbessern wollen. Doch Kuba legte dies im März 2011 als Verbrechen gegen die “Unabhängigkeit und territoriale Integrität des Staates” aus und verurteilte ihn zu 15 Jahren Haft.

Regierung von Kuba bereit zu Verhandlungen

Die kubanische Regierung ist nach eigenen Angaben bereit, über eine Freilassung von Alan Gross zu verhandeln – sofern die US-Regierung bereits ist, vier Männer freizulassen, denen Spionage für Kuba in den USA vorgeworfen wird und die in den Vereinigten Staaten im Gefängnis sitzen.

Das Weiße Haus drängt die Regierung in Havanna zwar dazu, Alan Gross freizulassen. In einer Presseerklärung ist aber nicht die Rede von Verhandlungen. Dort heißt es lediglich, dass die Inhaftierung ein “Hindernis” im amerikanisch-kubanischen Verhältnis sei.

Nach Angaben der Familie ist Gross, der lediglich eine Stunde Ausgang hat und in dessen Zelle durchgehend Licht brennt, zunehmend depressiv. Er habe mehr als 50 Kilogramm Gewicht verloren.

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