Die Wahrsagerin betrug angeblich ihre Kunden. Symbolfoto: Mironov / Depositphotos

Die Wahrsagerin betrug angeblich ihre Kunden. Symbolfoto: Mironov / Depositphotos

New York (US-Bundesstaat New York) – Zur Wahrsagerin zu gehen, ist ungefähr genauso, wie ins Bordell zu gehen: Viele tun es, aber kaum einer würde es kaum zugeben. Umso mutiger ist es, wenn ehemalige Kundinnen einer Wahrsagerin vor Gericht ziehen, weil sie von der Frau ihres Vertrauens betrogen wurden. Und dann enden sie auch noch mit vollem Namen in einer der angesehensten Zeitungen der Welt.

Sylvie Mitchell, bei ihren Kunden unter dem Namen Zena bekannt, ist offenbar bei Menschen, die einen Blick in die Zukunft wagen wollten, sehr beliebt – und das, obwohl die New York Times bereits im Jahr 2011 über Betrugsvorwürfe gegen die Wahrsagerin berichtete.

Da war zum Beispiel die Tänzerin Debra Saalfeld aus Florida, die im Jahr 2008 zu der Wahrsagerin ging, nachdem sich ihr Lebenspartner von ihr getrennt hatte. Sie ging aus Trotz zu “Zena” – ihr Ex-Freund hatte ihr erklärt, der Laden der Wahrsagerin in der New Yorker Nachbarschaft West Village sei “ein schlechter Platz”. Sie lies sich irgendwas “lesen” (Debra Saalfeld weiß heute nicht mehr was) und zahlte 75 US-Dollar dafür. Eine zweite “Lesung” kostete dann schon 1000 Dollar.

Die Diagnose der Wahrsagerin: Saalfeld sei im früheren Leben eine ägyptische Prinzessin gewesen und habe ein Problem mit Geld gehabt. Das sei leicht zu lösen: Sie müsse “Zena” Sylvie Mitchell nur einen Scheck über 27.000 Dollar überreichen, den die Wahrsagerin später zurückgeben werde – ohne ihn anzufassen, versteht sich. Dumm nur, dass “Zena” nur rund die Hälfte zurückzahlte.

Niemand glaubt der Wahrsagerin – und gibt ihr dennoch Geld

Im Gerichtsprozess, der in der vergangenen Woche begann, sagte Saalfeld laut New York Times, dass sie natürlich nicht an die Geschichte mit der ägyptischen Prinzession geglaubt habe. Warum sie aber bereitwillig einen Scheck überreicht hat, konnte sie nicht sagen.

Ein zweiter Fall dreht sich um Lee Choong aus Singapur, die aussagte, dass sie der Wahrsagerin rund 120.000 Dollar übergeben habe. Choong war verzweifelt, weil sie in einen Arbeitskollege verliebt war, der sich nicht für sie interessierte. Das viele Geld sollte auch diese Situation verbessern. Auch in diesem Fall habe die Wahrsagerin versprochen, die Summe zurückzuzahlen. Auch sie sagt, sie sei skeptisch gewesen, aber immer wieder zu Zena zurückgekehrt.

Ob die beiden Frauen ihr Geld zurückbekommen? Der Prozess geht kommende Woche weiter.

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