Immer wieder wird die Polizei zu tödlichen Waffen-Unfällen gerufen, die nicht als solche qualifiziert werden. Foto: Depositphotos

Immer wieder wird die Polizei zu tödlichen Waffen-Unfällen gerufen, die nicht als solche qualifiziert werden. Foto: Depositphotos

New York (US-Bundesstaat New York) – Die Statistik der tödlichen Unfälle mit Waffen, bei denen Kindern die Opfer sind, ist in den USA erheblich geschönt. Das haben Recherchen der New York Times ergeben. Der Grund: Viele Waffen-Unfälle werden nicht als solche qualifiziert.

Die Frage, wie viele Kinder bei solchen Unfällen mit Waffen getötet werden, hat auch eine politische Brisanz. Die National Rifle Association (NRA) – die amerikanische Waffenlobby – benutzt die niedrige offizielle Zahl, um sich gegen neue Gesetze über das Aufbewahren von Waffen zu wehren. Zudem sind Waffen von Regelung zum Schutz von Konsumenten ausgenommen.

Der Grund dafür, dass die Statistiken geschönt ist: Unfälle mit Waffen, an denen Kinder beteiligt sind, werden oft nicht als solche eingestuft. In vielen Fällen tauchen sie einfach als “homicide” – als Todesfall – auf, ohne dass dabei genau angegeben werden muss, ob jemand die Tötung bewusst herbei führen wollte oder nicht. Wenn Kinder sich selbst tödlich mit Waffen verletzen, wird dies teilweise auch als Selbstmord bezeichnet, ohne dass wirklich eine Absicht vorlag, schreibt die New York Times.

50 Prozent mehr Waffen-Unfälle als offiziell angegeben

Die Recherchen waren für die angesehene New Yorker Zeitung nicht einfach: In den meisten US-Bundesstaaten sind Todeszertifikate nicht öffentlich. Nur in Minnesota, Georgia, North Carolina, Ohio und Texas sowie einige Landkreise in Florida, Illinois und Ohio konnten diese eingesehen werden.

Was sich bei der Untersuchung zeigte: Die Zahl der Unfälle mit Waffen, an denen Kinder beteiligt waren, lag rund 50 Prozent höher als in der offiziellen Statistik. So taucht etwa der Tod eines 9 Monate alten Babies nicht auf, dessen zweijähriger Bruder eine Schublade öffnete, eine Waffe entnahm und abdrückte.

Die Statistiken, die die Times zusammenstellte, ergaben, dass in 81 Prozent aller Unfälle Jungen die Opfer und in 93 Prozent die Schützen sind. 26 Prozent aller Unfälle mit Waffen sind selbst herbeigeführt, bei 72 Prozent ist eine andere Person verantwortlich.

Besonders schlimm ist die Altersstatistik: Besonders hoch ist die Todesrate bei Dreijährigen, die zudem eine äußerst hohe Zahl an Schützen darstellt.

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